Apokalypse: Impakt

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1. Definition

Als den Impakt (Einschlag, Aufprall, v. lat. impingere = einschlagen; PPP: impactus) bezeichnet man im Allgemeinen den Einschlag eines Himmelskörpers auf der Oberfläche eines anderen, z. B. den Einschlag eines Meteoriten auf der Erdoberfläche. Ein solcher Einschlag ist die Entstehungsursache für die so genannten Einschlagkrater.

2. KT-Impakt

Als KT-Impakt (Kreide-Tertiär-Einschlag, englisch: Cretaceous-Tertiary Impact) bezeichnet man einen Meteoriteneinschlag, der sich vor circa 65 Millionen Jahren an der Grenze zwischen Kreidezeit und Tertiär
ereignet hat und oft für das Ende des Dinosaurierzeitalters ("Massenaussterben") verantwortlich gemacht wird. Obwohl ein Eintrag extraterrestrischen Materials durch einen oder mehrere Meteoriteneinschläge zu diesem erdgeschichtlichen Zeitpunkt durch Forschungsergebnisse stark unterstützt wird, ist die Frage, ob dieses Ereignis tatsächlich für das Massenaussterben zu dieser Zeit verantwortlich ist, noch nicht restlos geklärt. Als Ort des Einschlags wird oft der Chicxulub-Krater im Golf von Mexiko nahe der Halbinsel Yucatán genannt. Untersuchungen an Bohrkernen aus dem Kratergebiet durch G. Keller et al. deuten allerdings darauf hin, dass der Chicxulub-Krater etwa 300.000 Jahre älter ist als die Kreide-Tertiär-Grenzschicht und deswegen nicht durch den KT-Impakt entstanden ist, und seine Entstehung auch kein Massenaussterben verursachte. Alternativ wird auch die Theorie vertreten, dass es sich bei dem KT-Impakt um den Einschlag mehrerer Asteroiden und Kometen innerhalb einer kurzen Zeitspanne handelt.
Der Einschlag eines Meteoriten mit dem Durchmesser von mehreren Kilometern bewirkt eine gewaltige Explosion, die den Eintrag von Staubpartikeln in die Atmosphäre und eine dadurch bedingte weltweite Klimaänderung zur Folge hat. Durch die Abschwächung der Sonneneinstrahlung sinken die Temperaturen, das Pflanzenwachstum geht zurück, was sich auf die gesamte Nahrungskette auswirkt. Es wird daher vermutet, dass das Aussterben der Dinosaurier am Ende der Kreidezeit mit diesem Ereignis zusammenhängen könnte. Sollte sich allerdings bestätigen, dass die Entstehnung des Chicxulub-Kraters nicht mit dem KT-Impakt zusammenhängt und kein Massenaussterben verursachte, ist überhaupt fraglich, ob selbst Einschläge dieser Größenordnung ausreichen, um Massenaussterben zu verursachen.
Ein wesentliches Indiz für die Hypothese eines Meteoriteneinschlags sind ungewöhnlich hohe Iridium-Gehalte in vielen Gesteinen nahe der Kreide-Tertiär-Grenze. Da der Erdmantel im Vergleich zu Steinmeteoriten arm an Iridium ist, vermutet man, dass sich in diesen Schichten der beim Einschlag aufgewirbelte Staub wiederfindet. Starke Unterstützung erhält die Hypothese eines Meteoriteneinschlags durch eine Anomalie der Chrom-Isotopenverteilung in derselben Schicht, die auch die Iridium-Anomalie enthält. Die Chrom-Isotopenverteilung ist auf der Erde ansonsten homogen. Während bei der Iridiumanomalie noch eingewendet wurde, dass auch vulkanische Aktivitäten eine Iridiumanreicherung bewirken könnten, ist die Isotopenanomalie bei Chrom nur durch Beimischung von extraterrestrischem Material zu erklären. Ein möglicher Kandidat für den Einschlagskörper ist ein Asteroid mit einer Zusammensetzung ähnlich den kohligen Chondriten, weil diese die gleiche Chrom-Isotopenverteilung zeigen wie die KT-Grenzschicht. Da Kometen vermutlich aus Wassereis und Staubteilchen mit einer Zusammensetzung ähnlich den kohligen Chondriten bestehen, ist auch ein kometarer Ursprung des Einschlagkörpers nicht auszuschließen.

3. Meteoriteneinschlag

Als Meteoriteneinschlag wird der Aufprall eines sich durch das Weltall bewegenden Meteoriden oder Asteroiden auf die Erdoberfläche bezeichnet.
Die ca. 4,5 Milliarden Jahre alte Erdgeschichte ist wesentlich durch die Einwirkung von Meteoriteneinschlägen geprägt. Die Entstehung unseres Planeten im jungen Sonnensystem ist ohne die fortwährenden Kollisionen mit Asteroiden jeder Größe nicht zu denken, denn diese Ereignisse sorgten möglicherweise nicht nur für die Bildung von Wasser in Form der Ozeane, sondern verhinderte bis vor etwa 3,9 Milliarden Jahren - durch eine "Heavy-Bombardment" genannten Phase - auch die Bildung einer stabilen Erdkruste.
Ein Großteil der Materie ist bereits seither durch die Gravitationskraft der Erde oder anderer Himmelskörper eingefangen worden. Jährlich fallen jedoch noch etwa 20.000 Meteoriten zur Erde, meist ohne in der Landschaft deutliche Spuren zu hinterlassen. Die von den größten Meteoriten ausgelösten Naturkatastrophen der Vergangenheit lassen sich oft nur noch indirekt, zum Beispiel durch ein von ihnen ausgelöstes Artensterben oder einen globalen Klimawandel nachweisen.

4. Gefährlichkeit von Meteoriteneinschlägen

Global gefährliche Folgen bei Meteoriteneinschlägen entstehen nur dann, wenn die Objekte einen Durchmesser von mehr als 500 m besitzen. Wissenschaftler im amerikanischen Neumexiko zählten mehr als 1.100 Asteroiden, die einen Durchmesser von mehr als 1 km haben und sich auf einer Umlaufbahn befinden, die sie einmal der Erde gefährlich nahe bringen könnte. Einschläge von Brocken mit einem solchen Durchmesser würden heute verheerende Folgen haben: Milliarden von Menschen könnten Opfer von Flutkatastrophen und globalen Klimaveränderungen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Meteorit im Meer aufprallt, wäre relativ groß, denn 71% der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Die Folge eines solchen Aufpralls wäre ein Mega-Tsunami, der ganze Küstenlandschaften überschwemmen würde.
Rein statistisch gesehen muss man mit einem derartigen Einschlag alle 500.000 bis 10 Millionen Jahre rechnen. Ereignisse wie der im Tertiär stattgefundene sog. KT-Impakt sollen etwa alle 100 Millionen Jahre eintreffen. Wäre ein Asteroid größer als 10 km, würde jedwedes Leben auf der Erde vernichtet.