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1. Definition
Im allgemeinen Sinne werden Außerirdische oder Aliens als
intelligente Lebewesen verstanden, die nicht auf der Erde leben
oder von ihr stammen. Im weiteren Sinne müssen unter dem Begriff
Außerirdischer jegliche Lebensformen außerhalb der Erde,
also auch das einfachste vorstellbare Lebewesen, verstanden werden.
2. Einfache Lebensformen außerhalb der Erde
Es ist unbekannt, ob intelligentes Leben außerhalb
der Erde existiert. Es ist aber anzunehmen, dass es zumindest Mikroorganismen
außerhalb der Erde in unserem Sonnensystem gibt. Bei Untersuchungen
an Meteoriten, zum Beispiel ALH84001, wurden Spuren gefunden, die
versteinerte Mikroorganismen sein könnten, die außerhalb
der Erde entstanden sind. Dies ist jedoch umstritten, weil die gefundenen
Spuren auch nichtbiologisch erklärbar sind. Seit der Entstehung
der Exobiologie, die sich mit der Existenz und dem Aufbau außerirdischen
Lebens befasst, ist kein Fund öffentlich gemacht worden, der
eindeutige Spuren von extraterrestrischen Lebensformen belegt. Aminosäuren,
ein wichtiger Baustein der Lebewesen auf der Erde, wurden bereits
außerhalb des Sonnensystems nachgewiesen.
Über die Zusammenhänge zwischen Leben auf der Erde und
Leben auf anderen Objekten im Sonnensystem kann insofern bisher
nur spekuliert werden. Es ist unklar, ob sich das Leben von der
Erde ausgebreitet hat, vom Weltraum auf die Erde gekommen ist, oder
sich an mehreren Orten unabhängig voneinander entwickelt hat.
Besonders Mars, Venus, der Saturnmond Titan und der Jupitermond
Europa werden als Orte angesehen, an denen es Leben geben oder gegeben
haben könnte. Allerdings glauben nur wenige, dass sich diese
Lebensformen über das Stadium von Einzellern hinaus entwickelt
haben könnten.
3. Die Suche nach intelligenten Lebensformen
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Für die Existenz von intelligentem Leben
außerhalb der Erde wird insbesondere die Tatsache
angeführt, dass die Erde und ihre Sonne – soweit
bekannt ist – keinerlei besondere Merkmale aufweisen.
Unter dieser Voraussetzung erschiene es extrem unwahrscheinlich,
dass sich auf keinem der Planeten, die um einen anderen
der vielen Milliarden Sterne kreisen, die es allein in unserer
Galaxie gibt, ebenfalls intelligentes Leben entwickelt haben
sollte. Die Wahrscheinlichkeit der Existenz solchen Lebens
wird mit der Drake-Gleichung abgeschätzt.
Von Menschen, die aufgrund solcher Abschätzungen von
der Existenz Außerirdischer ausgehen, wird die Tatsache,
dass bisher noch keine Spuren von ihnen gefunden wurden,
im allgemeinen mit der enormen Entfernung zu anderen Sternen
erklärt. (Dabei wird vorausgesetzt, dass es kein außerirdisches
intelligentes Leben in unserem Sonnensystem gibt.)
Über solche Entfernungen Spuren anderer Lebewesen zu
entdecken, sei mit den verfügbaren Instrumenten kaum
möglich.Das SETI-Projekt basiert auf der Annahme, dass
Außerirdische gezielt Signale aussenden könnten,
die von anderen intelligenten Lebewesen entdeckt werden
sollen. Es versucht, solche Signale zu finden, bisher allerdings
ohne Erfolg. |
4. Spekulationen, Thesen und Theorien
4.1 UFOs
Große Teile der Welt-Bevölkerung glauben an die Existenz
von Außerirdischen und ihrer Fluggeräte - den UFOs. In
früheren "vorwissenschaftlichen" Zeiten galt die
Existenz von Mond-, Mars- und Venusbewohnern, von nichtirdischen
Engeln, Dämonen, Teufeln, Geistern etc. als unerschütterliche
Tat-
sache, die allgemein geglaubt und gelehrt
wurde. Populär ist die Annahme, dass es sich bei
den UFOs um die Raumschiffe von Außerirdischen handele.
Gemäß Definition ist ein UFO ein Unidentifiziertes
Fliegendes Objekt und unter dieser Bezeichnung werden
alle vom Sichter im Moment der Sichtung unidentifizierten
Himmelsereignisse wie nicht erkannte Planeten, Satelliten,
Heißluftballons, Wetterballons, fliegende Folien
etc., aber auch Objekte auf Fotos, zusammengefasst. Der
Begriff impliziert nicht automatisch eine extraterrestrische
Herkunft. Diese Theorie wird daher im Allgemeinen nicht
als Beleg für die Existenz von Außerirdischen
akzeptiert. Hinzu kommt, dass es bisher keinen eindeutigen
Beleg oder Beweis für die frühere oder zeitgenössische
Existenz von nicht von der Erde stammenden Raumschiffen
gibt.
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4.2 Eigenschaften von Außerirdischen
Da bereits die Existenz von Außerirdischen nicht belegt ist,
lässt sich nur darüber spekulieren, welche Eigenschaften
sie haben könnten. Meist werden sie als im Wesentlichen menschenähnlich
angenommen, allerdings gibt es keine zwingenden Gründe für
diese Annahme. Außerirdische könnten sogar so beschaffen
sein, dass sie von Menschen nicht als Lebewesen wahrgenommen würden.
Die Annahme, das Leben nur auf Basis von Kohlenstoffverbindungen
existieren kann, wird auch als Kohlenstoffchauvinismus bezeichnet.
4.3 Rationale Gedankenspiele um Außerirdische
Hat eine Zivilisation erst einmal begonnen, andere Sonnensysteme
zu kolonialisieren, dauert es theoretisch (und physikalisch berechnet)
nach astronomischen Maßstäben nicht allzulange bis sie
die ganze Milchstraße kolonialisiert und Spuren hinterlassen
hat ("nur" ein paar Millionen Jahre). Es stellt sich die
Frage: Wenn es sie gibt, wo sind sie? Diese Fragestellung ist als
Fermi-Paradoxon bekannt.
4.4 Sie beonchaten uns
Eine Theorie besagt, dass die Erde, oder unser ganzes Sonnensystem,
Außerirdischen zwar bekannt ist, wir bisher jedoch einfach
in Ruhe gelassen wurden und sie sich außerhalb unserer Wahrnehmung
und Reichweite eventuell sogar getarnt aufhalten. Wir sind demnach
in einer Art galaktischem Zoo oder einem Forschungprojekt uns selbst
überlassen worden, eine Art solares Naturschutzgebiet. Gegen
diese Theorie spricht, dass Sonnen nur eine begrenzte Lebensdauer
haben, wodurch Sonnensysteme zu wichtigen Ressourcen für Außerirdische
werden (schwere Elemente) müssten, die man nur ungern allzulange
verschwenderischen unterentwickelten Aliens überlassen würde.
Für diese Theorie spricht, dass unser belebtes Sonnensystem
vielleicht in Bestandteilen ein interessantes aber ansonsten relativ
wertloses Sonnensystem im Vergleich zu anderen Sonnensystemen sein
könnte. Auch könnte eine fortgeschrittene, hochtechnisierte
Zivilisation Skrupel haben, sich in die Entwicklung noch "junger"
Zivilisationen wie die der Erde "einzumischen" (unsere
Zivilisation ist erst etwa 10.000 Jahre alt) und abwarten, bis diese
einen bestimmten technologischen Stand erreicht hat, bevor eine
Kommunikation angestrebt wird.
4.5 Da sie noch nicht hier waren, gibt es sie wohl nicht...
Dass wir als eine Art "Ureinwohner" der Erde noch nicht
von außerirdischen Kolonialisten besucht und/oder unterdrückt
wurden, lässt die Annahme zu, dass es in der näheren Umgebung
keine außerirdischen Kolonialisten gibt. Diese nähere
Umgebung umfasst einen Radius, der gemessen an der Entwicklungszeit
einens Sonnensystemes bis hin zu intelligentem Leben, das andere
Systeme kolonialisiert, höchstens ein gutes dutzend mal in
unsere Galaxie passt. Ansonsten wäre unser Sonnensystem einfach
von anderen Außerirdischen kolonialisiert worden, noch bevor
(intelligentes) Leben auf der Erde hätte entstehen können.
Unsere Galaxie ist also nur groß genug für ein gutes
Dutzend verschiedener außerirdischer kolonialisierender Zivilisationen,
die uns noch nicht begegnet sein könnten, wobei allein 2-4
verschiedene Außerirdische (inklusive uns), die noch nichts
voneinander gemerkt haben, schon sehr unwahrscheinlich sind. - Gegen
diese These spricht, dass es keinen definitiven Grund für die
Annahme gibt, dass Außerirdische Kolonisation betreiben. Es
wäre ebenso gut möglich, dass Ausserirdische sich auf
wenige Planeten beschränken, und ansonsten das Weltall nur
erfoschen. Da der Mensch seit etwa 100.000 Jahren den Status des
Tieres verlassen hat, hätte eine Alienzivilisation 100.000
Jahre Zeit gehabt, "uns" zu finden (vorausgesetzt wird,
dass nicht-intelligentes Leben keine Besonderheit im Weltall darstellt
und daher von Aliens nicht besonders beachtet wird). Wenn man bedenkt,
dass die Milchstraße etwa 200 Milliarden Sterne hat, ist der
Gedanke durchaus erlaubt, ob diese Zeitspanne genügend groß
ist, um einen Kontakt als wahrscheinlich gelten zu lassen.
4.6 Sie waren längst hier und sind wieder weg
Eine Theorie ist, dass Außerirdische vor langer Zeit unser
frühes Sonnensystem besucht haben könnten, sie es für
relativ uninteressant und unterentwickelt befanden, und einfach
weiter flogen, ohne deutliche Spuren zu hinterlassen. Eine Abwandlung
davon ist, dass wir (angefangen bei Einzellern) lediglich ein Ableger
solcher außerirdischer Passanten sein könnten (siehe
Panspermie und Prä-Astronautik). Die bekanntesten Vertreter
dieser umstrittenen Theorie sind die Schriftsteller und Grenzwissenschaftler
Johannes von Buttlar, Johannes und Peter Fiebag sowie der Autor
Erich von Däniken. Diese Theorie bekommt zusätzliche Unterstützung
durch die Bedenken, dass die 100.000 Jahre, seit denen der Mensch
Mensch ist, gemessen an astronomischen Maßstäben, sehr
kurz sind. In den Jahrhundertmillionen, in denen es Leben gibt,
hätten Aliens die Erde tausende Male besuchen und für
uninteressant befinden können. Das Verhältnis der Wahrscheinlichkeiten
auf der Erde intelligentes oder nichtintelligentes Leben entdeckt
zu haben beträgt demnach etwa 1:2000 (das heißt, dass
Außerirdische einen Planeten, der die gleiche biologische
Geschichte wie die Erde hat, durchschnittlich 2000 Mal vergeblich
besuchen müssen, bevor sie intelligente Lebensformen kennen
lernen). Angesichts der geringen Anzahl unserer Besuche auf anderen
Planeten bedeutet dies im Umkehrschluss, dass auch wir noch eine
lange Zeit der Suche vor uns haben.
4.7 Sie gingen einfach unter
Seit der Atombombe gibt es die Theorie, dass intergalaktische Zivilisationen,
egal wie groß, wie einsam und friedlich sie sein mögen,
innerhalb relativ kurzer Zeit (astronomisch betrachtet) einfach
verschwinden könnten, da immer stärkere Waffen entwickelt
werden könnten. Dagegen spricht, dass im Falle diese Annahme
den tatsächlichen Gegebenheiten entspräche, es ein Gesetz
geben müsste, welches die Vernichtung einer Zivilisation durch
sich selbst zwingend forderte. Wenn nämlich alle möglichen
Alienzivilisationen untergegangen sind, kann man nicht mehr davon
ausgehen, dass dies ein Zufall ist, sondern man müsste annehmen,
dass dies immer geschieht. Diese Annahme aufrecht zu erhalten und
zu verteidigen, ist jedoch schwierig.
4.8 Wir sind vielleicht doch die ersten?
Atome, die schwerer sind als Helium, entstehen nur allmählich
durch Kernfusion in Sonnen, Atome mit Atommassen über etwa
50 u sogar nur in einer Supernova. Rechnet man nun aus, wie lange
die Sonnen unserer Galaxis bräuchten, um zumindest an einer
Stelle so viele so schwere Elemente zu sammeln, wie sie in unserem
Sonnensystem vorhanden sind, kommt man zu der Erkenntnis, dass unser
Sonnensystem relativ früh entstanden ist. Das gleiche gilt
für die Dauer der Entwicklung unserer Milchstraße. Sie
ist im Durchschnitt ebenfalls relativ früh entstanden. Es ist
ohne Vergleichswerte allerdings sehr schwer zu sagen, wie schnell
sich daraus Planeten, Leben und Intelligenz entwickeln können.
Man kann also sagen, dass durchaus die Möglichkeit besteht,
dass die Entstehung von Leben äusserst selten ist und wir möglicherweise
die ersten sind, die sich so entwickelten. Mit anderen Worten: irgend
eine Zivilisation ist definitiv die Erste gewesen (so lange nichts
anderes bewiesen ist, nehmen wir an, dass es sich dabei um die Menschheit
handelt) - warum also nicht wir?
4.9 Wir können uns gegenseitig nicht bemerken
Die Außerirdischen sind so weit von uns entfernt, z. B. in
einer anderen Galaxis, dass wir keine Spuren von ihnen entdecken
können. Vielleicht erzeugen sie auch keine für uns sichtbaren
Spuren, obwohl sie "nur" einige hundert Lichtjahre entfernt
sind. Möglicherweise gebrauchen sie andere Signale, als die,
die von uns verstanden oder wahrgenommen werden können. Diese
Annahme gewinnt an Wahrscheinlichkeit wenn man bedenkt, dass der
Mensch erst seit sehr kurzer Zeit überhaupt in der Lage ist,
interstellare Signale zu empfangen. Auch sind die Methoden und Geräte
des Menschen sicherlich noch sehr primitiv, da sie erst vor etwa
200 Jahren erfunden wurden. Im Vergleich zu Geräten, die in
1.000 oder in 10.000 Jahren (was immer noch eine sehr kurze Zeit
ist, um Aliens zu finden) wahrscheinlich zur Verfügung stehen
werden, sind die heutigen Hilfsmittel wohl sehr wenig entwickelt.
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